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Naturschutz am Strand

...Müll entlang des Ankobra River...

Ich dachte eigentlich, ich gehöre zu den etwas langsameren Menschen. Was das Laufen angeht... 
Meine lieben Freunde und Familie, wenn ihr euch nochmal über mich beschwert, ich sei so lahm, weil ich immer so viel in der Gegend herumschaue, dann dürft ihr niemals nach Ghana kommen! 

Man kann hier tatsächlich Laufstudien erstellen. 
Die Ghanaer kriechen. Hier gibt es bestimmt Wettbewerbe, wer läuft am langsamsten. Das ist echt `ne Kunst sowas zu können! Ich bin ganz schön beeindruckt davon. 

Nicht umsonst gibt es wohl dieses afrikanische Sprichwort: 
die Europäer besitzen die Uhr, wir haben die Zeit! 
Das fängt tatsächlich schon bei einfachen Dingen wie dem Laufen an!


...die Aussenküche und unser Esszimmer...

Mein Tag beginnt um 7:00h mit dem gemeinsamen Frühstück. Wir frühstücken im Resort. Allerdings nicht im Restaurant, sondern hinter der Küche - der Bereich, der für Urlauber nicht zugänglich ist. 
Es gibt Tee, Marmelade, manchmal verschiedene Aufstriche wie z.B. Aubergine, Kürbis... - alles selbstgemacht und aus dem eigenen Garten. Auch das Brot und die Brötchen sind hier selbst gebacken. 


...tägliches Frühstück...

Eigentlich gibt es nur Weißbrot, aber unter das eine wird Kohle gemischt. Wieder selbst produziert in der Köhlerei - aus Bambus. 
Die Kohlestücke werden auf die Straße gelegt und mehrmals wird darüber gefahren. So mahlt man hier! Das Kleingemahlene kommt dann mit in den Brotteig. So wurde mir das erzählt. Gesehen habe ich es (außer die Kohlesäcke auf dem Boden ) noch nicht, deshalb weiß ich nicht, ob das nicht doch ein Scherz war. 
Aber hier kann ich mir alles vorstellen...


Naturschutz am Strand


Nach dem Frühstück treffen wir uns oft mit den anderen aus unserem Projekt "Naturschutz am Strand", um den Tag zu besprechen. 

Wir, das sind Laura - meine Zimmernachbarin - und ich. Wir gehören hier zu den älteren Volunteers. Der Großteil, der hier ist, hat entweder gerade die Schule abgeschlossen oder steckt mitten im Studium. Das stört mich aber nicht. Alle sind sie sehr nett.
Im Moment sind wir sieben Personen in dem Projekt. 


...eingesammelter Müll vom Strand...

Müll - ein riesiges Problem in Ghana! 

Plastik überall - am Straßenrand, in jeder Böschung, vor den Hütten, im Wald, am Flussufer und am Strand. 
Es könnte hier so paradiesisch sein, aber leider zerstört dieses immense Problem alles. Und das Schlimme ist, man hat den Eindruck, die Ghanaer stört es überhaupt nicht. 

Ankobra Beach hat sich zur Aufgabe gemacht, gegen dieses Problem anzugehen. 


...angeschwemmter Müll am Strand zwischen Ankobra und Axim...

Wir sammeln täglich den vom Meer angespülten Dreck. Jeden Tag aufs neue. Säcke voll! Und es nimmt kein Ende

Vieles davon kommt aus dem in der Nähe ins Meer mündenden Ankobra River.
Durch den vielen Müll ist der Fischbestand rapide gesunken. Was wiederum dazu führt, dass weniger zu essen da ist. Hier in der Region leben die Menschen vom Fischfang.


...das Fischerdorf Ankobra...

Die Bevölkerung ist arm, sehr sogar. Die einfachen Hütten sind aus Lehm, manchmal aus Bambus und Holz oder aus Wellblech gebaut. 

Einige Kinder laufen hier nackt herum. Das liegt nicht an der Hitze. 
[Jeden Tag um die 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 90%. Manchmal kaum auszuhalten.] 
Die Kinder besitzen einfach keine Kleidung! Man sieht sie oft am Strand bei den Fischern. Sie helfen, die Netze an Land zu ziehen und bekommen im Anschluss dann ein bisschen Fisch - reicht kaum zum überleben. 


...die Kinder am Strand...

Wir Volunteers sind natürlich nicht nur dazu da, den ganzen Tag Müll zu sammeln. Das löst das eigentliche Problem nicht. 

Deshalb wurden vor zwei Monaten die Oberhäupter von 32 Dörfern entlang des Ankobra River ins Resort eingeladen, um ihnen das Müllproblem zu erläutern und zu erzählen, was geplant ist, um dagegen vorzugehen. 
Der Plan ist, in den dortigen Schulen die Problematik den Kindern zu erzählen und ihnen zuerst einmal bewusst zu machen, was überhaupt passiert, wenn der ganze Abfall in den Fluss geschmissen wird, was man vermeiden kam, wie und was man recyceln und wiederverwenden kann. 

Die Oberhäupter haben alle zugesagt und es wurden anfangs sechs Dörfer ausgewählt, in denen dieses Pilotprojekt getestet werden soll. 

Das weitere Ziel - wenn das mit diesen Schulen gut angenommen wird und funktioniert - ist natürlich, zum einen die restlichen Dörfer miteinzubeziehen und später Recyclingfirmen zu finden, die den dann hoffentlich gesammelten Müll abtransportieren und kontrolliert verbrennen. 
Dazu bedarf es natürlich auch an Sponsoren, die gefunden werden müssen. 

Wir versuchen gerade, das alles auf die Beine zu stellen und sprechen viel mit wichtigen Leuten, die dieses Projekt unterstützen können und wollen.


...Hütten in Ankobra...

Obrini - Weißer, so rufen sie uns immer zu! 

Wir fallen hier auf! Hier ist keine Urlaubsregion. Hierher kommen einfach nicht viele Weiße. 
Und wenn ja, dann wird natürlich gegrübelt, was machen die hier, wenn sie sogar in die Schulen gehen oder am Straßenrand Bambuskohle mitverkaufen. 

Wir Volunteers müssen uns deshalb oft erklären, weil viele einen falschen Eindruck von dem haben, was wir machen. Nämlich dass wir hier freiwillig sind und kein Geld für die ganze Arbeit hier bekommen und ihnen nicht die Arbeitsplätze wegnehmen wollen, sondern dass wir sie einfach nur unterstützen wollen und anzeigen, was alles mit ihren vorhandenen Mitteln möglich ist. 


...mein neuer Freund...

Ob das alles hier funktioniert, ich habe wirklich keine Ahnung! 
Das wird sich alles in den nächsten Jahren zeigen. 
Ich bin jedenfalls froh, ein kleiner Teil dieses Projektes sein zu dürfen und wünsche mir, dass wenigstens ein paar Kindern und Erwachsenen die Augen geöffnet werden. 

Wenn doch tatsächlich irgendwann ein großer Teil von der Idee umgesetzt werden kann, dann freue ich mich natürlich umso mehr. 

Für Ghana und für ihre liebenswerten Bewohner! 


Was genau ich in den Schulen mache und wie es sonst weitergeht...beim nächsten Mal! 

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